Wie Low-Code und KI die Modernisierung von IT-Systemen neu definieren

12. Dezember 2025
5 Minuten Lesezeit
Die Modernisierung von IT-Anwendungen ist für Unternehmen längst keine freiwillige Investition mehr. Vielmehr ist sie eine zwingende Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Veraltete Systeme erzeugen hohe Wartungskosten, lassen sich nur schwer erweitern und stehen einer agilen Weiterentwicklung oft im Weg. Gleichzeitig wächst der Druck auf IT-Abteilungen, benötigte digitale Services schneller bereitzustellen und trotz Fachkräftemangel eine stabile Systemlandschaft zu sichern. In diesem Spannungsfeld gewinnen Low-Code-Plattformen zunehmend an Bedeutung – und sie verändern die Art und Weise, wie Anwendungen entwickelt und modernisiert werden.
Mit der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) erreicht Low-Code nun eine neue Stufe. KI ist in einer Zeit, in der datengetriebene Entscheidungen und flexible Geschäftsmodelle unerlässlich sind, kein Zusatzfeature mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Plattformstrategien. Sie beeinflusst nicht nur die Entwicklung von Anwendungen, sondern auch deren Ausführung, Optimierung und langfristigen Betrieb.
Die Herausforderungen veralteter IT-Landschaften
Viele Unternehmen arbeiten weiterhin mit monolithischen Anwendungen, die vor Jahren oder Jahrzehnten entstanden sind. Diese Systeme sind technologisch überholt, lassen sich nur mit großem Aufwand warten und erfordern spezialisiertes Wissen, das vielfach kaum noch verfügbar ist. Ihre fehlende Cloud-Fähigkeit erschwert die Integration neuer Services, während gleichzeitig hohe Betriebs- und Sicherheitskosten entstehen.
Eine vollständige Neuentwicklung solcher Systeme ist häufig zu teuer, zu riskant und zu langwierig. Genau hier setzt Low-Code an: Es ermöglicht, gewachsene Strukturen gezielt zu modernisieren, ohne jede Anwendung von Grund auf neu zu erstellen.
Was ist Low-Code und warum ist es relevant?
Low-Code-Plattformen ermöglichen die Entwicklung von Anwendungen mit deutlich weniger manuellem Programmieraufwand. Anstatt komplexen Code zu schreiben, nutzen Entwickler*innen visuelle Modelle, Drag-and-Drop-Bausteine und vorkonfigurierte Integrationen. Dadurch entsteht eine Entwicklungsumgebung, die sowohl schneller als auch flexibler und wirtschaftlicher ist. Zu den wichtigsten Vorteilen von Low-Code gehören:
- Schnelligkeit:
Anwendungen können in Wochen statt Monaten entstehen.
- Kosteneffizienz:
Weniger Programmieraufwand reduziert Entwicklungs- und Wartungskosten.
- Flexibilität:
Anpassungen lassen sich unkompliziert und ohne lange Release-Zyklen umsetzen.
- Integrationsfähigkeit:
Moderne Plattformen bieten APIs und Konnektoren für bestehende Systeme und erleichtern so die Einbindung in gewachsene IT-Landschaften.

Wie KI Low-Code grundlegend erweitert
Low-Code-Plattformen nutzen KI zunehmend dazu, die Entwicklung von Anwendungen deutlich zu vereinfachen. Dabei übernimmt die Technologie Aufgaben, die bisher viel Zeit und tiefes technisches Wissen erforderten. Zu den zentralen Funktionen gehören die automatisierte Code-Generierung, intelligente Vorschläge und die Möglichkeit, Anwendungen direkt aus natürlichsprachlichen Anforderungen zu erstellen.
Automatisierte Code-Generierung
KI kann aus einer einfachen Beschreibung oder aus einem Prozessmodell automatisch Komponenten oder sogar komplette Workflows ableiten. Wenn ein Business-Analyst etwa formuliert: „Ich brauche eine Anwendung, die Kundenbestellungen erfasst, den Lagerbestand prüft und automatisch eine Versandbenachrichtigung auslöst“, erzeugt die Plattform auf dieser Basis die benötigten Formulare, Datenbankstrukturen und Logiken.
Intelligente Vorschläge
Darüber hinaus unterstützt KI die Entwickler*innen mit Empfehlungen für Datenmodelle, UI-Designmuster oder Integrationsoptionen. Diese Vorschläge basieren auf Best Practices sowie bereits vorhandenen Unternehmensdaten. So kann die Plattform beispielsweise ein bestimmtes UI-Pattern für ein Eingabeformular empfehlen, das sich in ähnlichen internen Anwendungen bewährt hat, oder eine geeignete Integrationsmethode für ein ERP-System vorschlagen.
Natural-Language-to-App
Einige Plattformen gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen es, Anwendungen durch einfache Spracheingaben zu entwerfen. Die KI übersetzt diese Anforderungen direkt in funktionale Komponenten und beschleunigt damit die Entwicklung erheblich.




