10 häufige Fehler bei der Applikationsmodernisierung und ihre Vermeidung

27. November 2024
5 Minuten Lesezeit
Applikationsmodernisierungen sind oft herausfordernd, obwohl es klare technische Konzepte gibt. Der Grund für diese Schwierigkeiten liegt nicht nur in der Technik, sondern auch in organisatorischen Aspekten und dem Projektmanagement. Der Mensch bleibt der entscheidende Faktor für den Erfolg. Hier sind zehn häufige Fehler bei der Modernisierung von Anwendungen und Tipps, wie man sie mit einem holistischen Ansatz vermeiden kann.
1. Unklare Vision und Zielsetzung
Viele Unternehmen beginnen Modernisierungsprojekte ohne klare Vision. Mitarbeiter*innen starten engagiert mit der Ausarbeitung von Konzepten oder Prototypen. Ohne klare Richtung lassen sich die Ergebnisse jedoch nicht zu einem „großen Ganzen“ zusammenfügen, weisen Lücken auf oder gehen nicht in die gewünschte Richtung. Früher oder später stellt sich Ernüchterung ein, die zu mangelnder Motivation und unzureichendem Fortschritt führt.
Formulieren Sie ihre Hauptziele und leiten Sie Teilziele ab. Vermeiden Sie eine Vermischung von Teilzielen und konkreten Meilensteinen oder einer Roadmap. Sorgen Sie dafür, dass alle Anforderungen und Aktivitäten aus mindestens einem der Teilziele abgeleitet werden können. So schaffen Sie zu jedem Zeitpunkt und auf jeder Ebene ein klares Verständnis über Kontext und Priorität jeder Aufgabe und geben Mitarbeiter*innen die Chance, über den Tellerrand hinauszusehen.
2. Fehlende Stakeholder-Einbindung
Die Modernisierung geschäftskritischer Anwendungen betrifft zahlreiche Bereiche einer Organisation. Werden die Stakeholder nicht frühzeitig oder unzureichend in den Prozess eingebunden, können Konflikte, unklare Zuständigkeiten und der Bedarf an nachträglichen Anpassungen entstehen. Dies führt zu längeren Projektlaufzeiten, sinkender Motivation der Beteiligten und steigenden Kosten.
Analysieren Sie alle Bereiche, auf die sich die Applikationsmodernisierung auswirkt: Planen Sie den Umstieg auf eine verteilte Architektur? Denken Sie an den Deployment- und Updateprozess, das Konfigurationsmanagement und die damit verbundenen Auswirkungen auf Datenschutz, IT-Sicherheit und Desaster Recovery.
Identifizieren Sie alle Stakeholder und binden Sie sie aktiv in die Formulierung der Anforderungen und in regelmäßige Reviews ein.

3. Wissenslücken im Team
Viele alte Systeme sind lückenhaft dokumentiert und wertvolles Wissen geht verloren, wenn Schlüsselpersonen in den Ruhestand gehen oder das Unternehmen aus anderen Gründen verlassen.
Stellen Sie sicher, dass Sie vor der Modernisierung den Status Quo genau erfassen und Wissenslücken schließen. Ist die Dokumentation der Software auf dem neuesten Stand? Gibt es technische Schulden oder Bereiche in der Software, die den Entwicklern Kopfzerbrechen bereiten?
Machen Sie eine gründliche Bestandsaufnahme und setzen Sie Werkzeuge ein, die das Wissen in Köpfen und auf Papier mit der Realität in Form des Quellcodes zusammenbringen.
4. Unpassende Methodik
Gerne wird eine technische Modernisierung zum Anlass genommen, die Entwicklungsmethodik ebenfalls zu überdenken. Ob sequenziell, inkrementell oder hybrid – die Wahl der Methodik muss auf das Unternehmen und das Projekt abgestimmt sein.
Überlegen Sie, auf den agilen Zug aufzuspringen und damit auf Pflichtenhefte und langfristig angelegte Konzepte zu verzichten und Entscheidungsverantwortung zu verschieben?
Management und Belegschaft müssen einen Teil ihrer Gewohnheiten über Bord werfen, um eine neue Methodik wirklich zum Erfolg zu bringen. Dies gelingt nicht über Nacht und Schulungen reichen nicht aus. Überlegen Sie, externe Expert*innen mit ins Boot zu holen, die ein gemeinsames Verständnis herstellen und Feinheiten in den Arbeitsprozessen herausarbeiten können, um die Methodik optimal auf Ihre Ziele zuzuschneiden.







