SAP Business Data Cloud: Warum eine vertrauenswürdige Datenbasis für KI entscheidend ist

22. Oktober 2026
6 Minuten Lesezeit
Was ist die SAP Business Data Cloud und warum wird sie für KI, Analytics und datengetriebene Geschäftsprozesse relevant? Unternehmen brauchen nicht nur leistungsfähige KI-Modelle. Sie brauchen vertrauenswürdige Daten, die SAP- und Non-SAP-Systeme verbinden und ihren geschäftlichen Kontext bewahren.
Künstliche Intelligenz entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit. Neue Modelle werden leistungsfähiger, Anwendungen vielfältiger und mögliche Einsatzszenarien immer konkreter. Dennoch zeigt sich in vielen Unternehmen ein grundlegendes Problem: Der entscheidende Engpass für Business AI liegt häufig nicht im KI-Modell, sondern in der Qualität, Verfügbarkeit und Struktur der zugrunde liegenden Unternehmensdaten.
Informationen befinden sich in unterschiedlichen Systemen, folgen verschiedenen Definitionen oder können nur mit hohem Aufwand zusammengeführt werden. Dadurch fehlt häufig ein konsistenter Blick auf Kunden, Geschäftsprozesse, Lieferketten oder die Unternehmensplanung.
Für Analytics, Automatisierung und generative KI ist das eine erhebliche Einschränkung. Ein leistungsfähiges KI-Modell kann fehlenden Geschäftskontext oder widersprüchliche Daten nicht einfach ausgleichen.
„Der Wettbewerb um KI wird nicht allein durch das leistungsfähigste Modell entschieden. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Daten vertrauenswürdig, sicher und im richtigen Geschäftskontext nutzbar machen können.“
André Voigt, Head of Data & Analytics Consulting, Fujitsu
Genau hier setzt die SAP Business Data Cloud (SAP BDC) an.
Was ist die SAP Business Data Cloud?
Die SAP Business Data Cloud schafft eine übergreifende Daten- und Analyseebene für SAP- und Non-SAP-Daten. Bestehende Anwendungen werden dabei nicht einfach ersetzt. Stattdessen werden Informationen aus unterschiedlichen Quellen gemeinsam nutzbar gemacht.
Ein wesentlicher Aspekt ist der Erhalt der geschäftlichen Semantik. Daten bestehen nicht nur aus einzelnen Zahlen oder Datensätzen. Ihre Bedeutung entsteht durch Prozesse, Definitionen, Beziehungen und fachliche Zusammenhänge. Diese müssen erhalten bleiben, wenn Daten für Reporting, Planung, Automatisierung oder KI verwendet werden.
Die SAP Business Data Cloud verbindet dafür unterschiedliche Komponenten. SAP Datasphere unterstützt die Integration und Organisation von Daten. SAP Analytics Cloud stellt Funktionen für Analyse und Planung bereit. Über SAP Databricks können umfangreiche und unterschiedlich strukturierte Daten unter anderem für Data Engineering, Machine Learning und KI-Anwendungen verarbeitet werden.
Damit entsteht eine Datenbasis, auf der Fachbereiche, Datenteams und IT gemeinsam arbeiten können.
Warum ist Geschäftskontext für Business AI so wichtig?
Der Wert einer Datenplattform zeigt sich nicht allein daran, wie viele Datenquellen technisch angebunden werden können. Entscheidend ist, ob die bereitgestellten Daten verständlich, vertrauenswürdig und für konkrete Geschäftsfragen nutzbar sind.
Kuratierte Datenprodukte können beispielsweise Informationen aus Finanzwesen, Einkauf, Vertrieb oder Produktion in einer definierten fachlichen Struktur zusammenführen. Anwender:innen müssen dadurch nicht bei jeder Analyse neu klären, was eine Kennzahl bedeutet oder aus welchem System die zugrunde liegenden Daten stammen.
Für KI-Anwendungen wird dieser Geschäftskontext besonders relevant. Modelle und KI-Anwendungen benötigen nicht nur Daten, sondern auch die fachliche Einordnung dieser Daten.
„Business AI braucht mehr als Datenvolumen. Sie braucht verlässliche Definitionen, fachlichen Kontext und eine Governance, die vom ersten Anwendungsfall an mitgedacht wird.“
André Voigt, Head of Data & Analytics Consulting, Fujitsu
Damit verändert sich die Diskussion über KI. Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur die Wahl eines KI-Modells. Entscheidend wird das Zusammenspiel aus Datenqualität, Geschäftskontext, Datenarchitektur, Governance und konkreten Business Use Cases.
Was bedeutet Zero Copy bei der SAP Business Data Cloud?
Bei klassischen Integrationskonzepten werden Daten für unterschiedliche Anwendungen häufig kopiert und in weitere Systeme übertragen. Dadurch entstehen zusätzliche Datenbestände, Schnittstellen und Governance-Aufwand.
Zero-Copy-Konzepte ermöglichen es, Daten zu teilen, ohne für jede Nutzung neue physische Kopien und zusätzliche Datenpipelines zu erzeugen. Der Datenaustausch ohne unnötige Replikation gehört zu den Merkmalen, die im Ausgangstext zur SAP Business Data Cloud hervorgehoben werden.
Die Technologie allein löst jedoch nicht alle Herausforderungen. Unternehmen müssen weiterhin festlegen, welche Daten verwendet werden dürfen, wer darauf zugreifen kann und wie Datenqualität, Sicherheit und Governance gewährleistet werden.
Wie unterstützt SAP BDC Analytics und Unternehmensplanung?
Ein konkretes Einsatzgebiet der SAP Business Data Cloud ist die datengetriebene Unternehmensplanung.
In vielen Organisationen basiert Planung noch auf Informationen aus unterschiedlichen Systemen, manuellen Exporten und zahlreichen Abstimmungsschleifen. Eine integrierte Daten- und Planungsebene kann dagegen Finanz- und operative Daten gemeinsam nutzbar machen.
Fujitsu zeigt beispielsweise einen End-to-End-Finanzplanungsansatz, bei dem Einflussfaktoren auf zentrale Kennzahlen in die digitale Finanzplanung einbezogen werden.
Der Mehrwert liegt damit nicht in einem weiteren Dashboard, sondern in einer engeren Verbindung von Unternehmensdaten, Analytics, Planung und Entscheidungen.
Welche Rolle spielt SAP BDC bei der BW-Modernisierung?
Für viele SAP-Kunden stellt sich gleichzeitig die Frage, wie bestehende SAP-BW-Landschaften weiterentwickelt werden sollen.
Diese Diskussion sollte nicht ausschließlich als technische Migration geführt werden. Unternehmen müssen klären, welche Rolle SAP künftig in ihrer Datenarchitektur übernimmt, wie SAP- und Non-SAP-Daten zusammengeführt werden und wie Analytics, Planung und KI zusammenspielen sollen.
Viele Organisationen haben bereits in Datenplattformen investiert. Deshalb sollte SAP BDC nicht isoliert betrachtet werden. Eine tragfähige Zielarchitektur muss die vorhandene IT- und Datenlandschaft ebenso berücksichtigen wie die Geschäftsstrategie.
Eine in den internen Unterlagen vorhandene PAC-Einschätzung sieht SAP Business Data Cloud insbesondere in SAP-zentrierten Umgebungen und für bestehende BW-Kunden ohne definierten Migrationspfad als relevant. Hervorgehoben werden dort unter anderem die Einbindung von Non-SAP-Daten über Databricks und die Erweiterung um KI-Funktionen.
Warum müssen ERP Consulting und Data & Analytics zusammenarbeiten?
Die Einführung einer modernen Datenplattform ist keine rein technische Aufgabe. Sie erfordert sowohl ein tiefes Verständnis der Geschäftsprozesse als auch Daten- und Architekturkompetenz.
ERP-Consulting kennt Prozesse, Abhängigkeiten und fachliche Anforderungen. Data-&-Analytics-Expert:innen bringen Know-how zu Datenmodellen, Integration, Governance und KI ein.
„Die Zukunft liegt in der engen Zusammenarbeit von ERP Consulting und Analytics. Fachliches Prozesswissen und Datenverständnis müssen zusammenkommen, damit aus Technologie messbarer Geschäftswert entsteht.“
André Voigt, Head of Data & Analytics Consulting, Fujitsu
Diese Verbindung ist auch bei der Auswahl von KI-Anwendungsfällen entscheidend. Nicht jeder technisch interessante Use Case erzeugt automatisch einen relevanten Geschäftsnutzen.
Wie können Unternehmen mit SAP Business Data Cloud starten?
Fujitsu nutzt die SAP Business Data Cloud auch im eigenen Unternehmen. Eine vertrauenswürdige und kontextreiche Datenbasis wird dabei als strategische Voraussetzung für skalierbare Analytics, Automatisierung und KI betrachtet.
Für Unternehmen bietet sich ein schrittweises Vorgehen an:
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- Datenreife bewerten:
Welche Systeme und Datenquellen bestehen und wie sind Datenqualität und Governance aufgestellt?
- Business Use Cases priorisieren:
Wo können Daten und KI messbaren Mehrwert schaffen?
- Zielarchitektur entwickeln:
Welche Rolle übernehmen SAP BDC und vorhandene Datenplattformen?
- Data Governance verankern:
Wie werden Verantwortlichkeiten, Zugriffe und Qualitätsstandards geregelt?
- Mit einem fokussierten Szenario starten:
Der erste Use Case sollte geschäftlich relevant und anhand klarer Ziele bewertbar sein.
Fujitsu begleitet Unternehmen von der Bewertung ihrer Datenreife und Entwicklung der Zielarchitektur über Integration und Governance bis zu konkreten Anwendungen in Analytics, Planung, Automatisierung und KI.
Fazit: Der Wert von Business AI beginnt mit den richtigen Daten
Der nächste Wettbewerbsvorteil entsteht nicht allein durch leistungsfähigere KI-Modelle. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Daten vertrauenswürdig, sicher und mit dem notwendigen Geschäftskontext bereitstellen können.
Die SAP Business Data Cloud bietet dafür einen Ansatz, indem sie SAP- und Non-SAP-Daten zusammenführt und eine Grundlage für Analytics, Unternehmensplanung, Automatisierung und KI schafft.
Bevor Unternehmen also über das nächste KI-Modell diskutieren, lohnt sich eine grundlegendere Frage:
Ist unsere Datenarchitektur bereit, aus Business AI dauerhaft messbaren Geschäftswert zu schaffen?
Weiterführende Links
André Voigt
André Voigt ist Leiter des Bereichs Data & Analytics bei Fujitsu Germany. Seit über 20 Jahren begleitet er Unternehmen dabei, Daten effektiv zu nutzen – von der Analyse über moderne Datenplattformen bis hin zu Business-Intelligence-Lösungen. Dabei setzt er auch auf innovative Ansätze mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learning.


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