90 Jahre Fujitsu: Technologie im Wandel. Werte, die bleiben

Fujitsu: 90th Anniversary: FACOM100, Japan's first practical relay computer, surrounded by Toshio Ikeda of Fujitsu, Dr. Hideki Yukawa, the laureate of Nobel Prize for Physics, and the other people concerned

20. Juni 2025

5 Minuten Lesezeit 

Als Fujitsu im Jahr 1935 gegründet wurde, war die Welt eine andere: Technologie stand am Anfang, Rechenmaschinen waren mechanisch, und „Digitalisierung“ ein Begriff aus der Zukunft. Aus einem japanischen Telekommunikationsunternehmen wurde in den folgenden Jahrzehnten ein weltweit führender Anbieter für Informations- und Kommunikationstechnologie – mit über 120.000 Mitarbeitenden, Lösungen in mehr als 100 Ländern und einem klaren Ziel: Die Welt durch Technologie verantwortungsvoll zu gestalten.

Heute steht Fujitsu für nachhaltige Innovation, maßgeschneiderte IT‑Lösungen und eine Unternehmenskultur, die langfristige Partnerschaft, Vertrauen und gesellschaftlichen Mehrwert ins Zentrum rückt. Was uns dabei seit 90 Jahren antreibt, ist die Verbindung von Tradition und technologischem Fortschritt – immer mit dem Blick auf die Bedürfnisse von Menschen, Organisationen und einer sich stetig wandelnden Welt.

Diese Geschichte lässt sich am besten in den Meilensteinen erzählen, die wir in jeder Dekade gemeinsam mit unseren Kund*innen, Partnern und Mitarbeitenden erreicht haben.

1935–1945: Die Pionierjahre

Fujitsu wurde 1935 als Fuji Tsushinki Manufacturing gegründet – mit dem Ziel, moderne Kommunikationslösungen für Japan zu entwickeln. In einer Zeit des technologischen Aufbruchs lag der Fokus zunächst auf Telefonvermittlungsanlagen. Bereits in den Anfangsjahren entstand ein Verständnis dafür, dass Technologie nur dann Wirkung entfalten kann, wenn sie zuverlässig, präzise und langfristig gedacht ist. Auch unter schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen wurde der Grundstein gelegt für eine technologische Entwicklung, die immer den Menschen im Blick behielt.

1945–1955: Wiederaufbau und Wachstum

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Japan vor dem Wiederaufbau zentraler Infrastrukturen. Fujitsu war in dieser Zeit vor allem im Bereich der Kommunikationstechnologie aktiv: Mit neu entwickelten Vermittlungs- und Messtechniksystemen wurden wichtige Grundlagen für eine funktionierende Gesellschaft gelegt. Diese Phase war prägend – nicht nur technisch, sondern auch im Selbstverständnis. Technologie wurde zunehmend als Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität verstanden, ein Ansatz, der Fujitsu bis heute leitet.

1955–1965: Einstieg in die Großrechnerwelt

Mitte der 1950er-Jahre begann Fujitsu mit der Entwicklung von elektronischen Rechensystemen – zunächst mit dem FACOM 100, später mit dem FACOM 128A. Damit begann eine neue Ära, in der IT-Systeme Geschäftsprozesse unterstützen und zunehmend automatisieren konnten. Die frühen Entwicklungen legten die Grundlage für die spätere Kompetenz im Mainframe-Bereich. In dieser Zeit entstand auch die Überzeugung, dass komplexe Technologie dann besonders wertvoll ist, wenn sie sicher, nachvollziehbar und anwendungsnah gestaltet wird.

1965–1975: Expansion und internationale Präsenz

In den späten 1960er-Jahren entwickelte Fujitsu die ersten kommerziell erfolgreichen Großrechner und legte damit das Fundament für eine kontinuierliche Weiterentwicklung im Rechenzentrumsumfeld. Parallel dazu begann der Aufbau internationaler Partnerschaften – zunächst in Asien, später auch in Europa und den USA. Diese Zeit war geprägt von technischem Fortschritt, aber auch vom Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen. Der Fokus lag darauf, IT-Lösungen bereitzustellen, die zuverlässig, skalierbar und offen für Weiterentwicklung waren – immer mit Blick auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Märkte.

1975–1985: Innovationen im Mainframe-Sektor

In diesem Jahrzehnt stand der Mainframe im Mittelpunkt vieler IT-Strategien. Fujitsu entwickelte leistungsstarke Systeme, die in großen Unternehmen und Behörden zum Einsatz kamen. Parallel dazu wurden erste Schritte in Richtung vernetzter Systeme und grafischer Benutzerschnittstellen unternommen. Auch neue Technologien wie optische Übertragungsgeräte und Halbleiterprodukte spielten eine zunehmende Rolle. Fujitsu orientierte sich dabei stets an einem ganzheitlichen Verständnis von IT: Systeme sollten nicht nur leistungsfähig sein, sondern sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügen.

Fujitsu personal computer FMV Series (1993)

1985–1995: PCs, Unix-Server & Netzwerke

Mit dem weltweiten Siegeszug des Personal Computers verlagerte sich der Fokus auch bei Fujitsu auf dezentrale IT-Infrastrukturen. In enger Zusammenarbeit mit Partnern entstanden PC-Systeme, Serverlösungen und Softwareangebote, die auf die Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen zugeschnitten waren. In dieser Phase wurde auch die internationale Präsenz deutlich ausgebaut – etwa durch Joint Ventures und Übernahmen in Europa und Nordamerika. Fujitsu positionierte sich zunehmend als Anbieter integrierter IT-Lösungen über nationale Grenzen hinweg.

1995–2005: Mobile Technik und globaler IT‑Dienstleister

Ende der 1990er-Jahre verlagerte sich der Fokus vom reinen Hardware-Geschäft hin zu umfassenden IT-Services. Fujitsu kombinierte langjährige Hardwarekompetenz mit Beratungs- und Projektgeschäft und begleitete Kund*innen bei der Einführung neuer Technologien – von ERP-Systemen bis zu ersten Cloud-Ansätzen. Die Gründung von Fujitsu Siemens Computers war ein bedeutender Schritt für die europäische Marktpräsenz. Gleichzeitig wurde deutlich: Nachhaltige Kundenbeziehungen entstehen nicht allein durch Technologie, sondern durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Diverse colleagues smiling at Fujitsu office

2005–2015: Big Data, Cloud und grüne IT

Mit der zunehmenden Digitalisierung rückten Cloud Computing, Virtualisierung und IT-Sicherheit ins Zentrum vieler IT-Strategien. Fujitsu reagierte früh auf diese Entwicklungen – und kombinierte neue Technologien mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit. Unter dem Schlagwort „Green IT“ entstanden Produkte und Rechenzentrumsstrategien, die ökologische Aspekte in den Mittelpunkt rückten. Gleichzeitig wurde der Ausbau von Rechenzentrumsdiensten vorangetrieben, um Kund*innen ganzheitlich zu unterstützen – von der Infrastruktur bis zum Betrieb.

2015–2025: KI, IoT und Digitalisierung im Alltagsgeschäft

Ein Meilenstein dieser Dekade war der Fugaku-Supercomputer, den Fujitsu gemeinsam mit dem RIKEN-Institut entwickelte. Fugaku erreichte 2020 den Spitzenplatz im internationalen Supercomputing-Ranking – nicht nur wegen seiner Rechenleistung, sondern durch seinen praktischen Nutzen: Er wurde zur Simulation von Virusausbreitung in geschlossenen Räumen während der COVID-19-Pandemie eingesetzt, analysierte potenzielle Medikamente und half bei der Optimierung von Verkehrsflüssen und Klimamodellen.

Fujitsu Heute

In den letzten Jahren lag der Fokus stark auf datengetriebenen Lösungen. Fujitsu entwickelte KI-basierte Systeme, IoT-Plattformen und Anwendungen für smarte Städte, Gesundheitswesen, Produktion und öffentliche Verwaltung. Neben technologischer Innovationskraft war dabei vor allem die Frage relevant, welchen gesellschaftlichen Beitrag Technologie leisten kann.

Themen wie Nachhaltigkeit, Transparenz, Fairness in der KI und digitale Teilhabe rückten stärker in den Fokus.

Mit Uvance hat Fujitsu eine globale Geschäftsmarke etabliert, die diesen Wandel strategisch bündelt: Ziel ist es, durch technologiegestützte Transformation einen positiven, nachhaltigen Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu erzielen. Uvance verbindet Fujitsus Kompetenzen in den Bereichen Daten, Infrastruktur und KI mit einem klaren Werteverständnis – etwa in Feldern wie „Sustainable Manufacturing“, „Trusted Society“ oder „Healthy Living“.

Ausblick: Tradition trifft Zukunftsvision

Was erwartet uns in den kommenden Jahrzenten? Die Antwort liegt in der Verschmelzung von gelebter Tradition mit bahnbrechender Technologie:

  • KI‑Ethik & Verantwortung

    Wir entwickeln KI‑Lösungen, die transparent, sicher und verlässlich sind – mit dem Anspruch, technologische Fortschritte verantwortungsbewusst zu nutzen.

  • Edge‑Computing & dezentrale Infrastrukturen

    Fujitsu treibt Edge-Computing für Echtzeit-Anwendungen voran – ideal für smarte Städte, Automatisierung und autonome Systeme.

  • Ressourcen‑schonende Technologie

    Wir setzen noch stärker auf Kreislaufwirtschaft, Re-Use und ressourcenschonende Designs – damit Technologie und Umwelt in Einklang bleiben.

  • Partnerschaftliche Digitalisierung

    Durch enge Zusammenarbeit mit Kund*innen, Start‑ups, Universitäten und Partnern stärken wir Ökosysteme, die Innovation vorantreiben.

  • Globale Verantwortung & lokale Präsenz

    Unsere Technologie wird global gedacht und lokal umgesetzt – mit resilienter Infrastruktur, digitaler Bildung und nachhaltiger Entwicklung vor Ort.

  • Quantencomputing & hybride Systeme

    Hybride Architekturen aus Quanten- und klassischen Computings eröffnen neue Möglichkeiten für komplexe Simulationen, Optimierungen und datenintensive Anwendungen – mit Potenzial für Fortschritte in Medizin, Logistik und Materialwissenschaft.

Image of Fujitsu Kawasaki Plant (now Fujitsu Technology Park), completed in 1938

Danke für 90 Jahre Vertrauen

Diese 90 Jahre Fujitsu waren nur möglich durch das Vertrauen, die Zusammenarbeit und die Impulse unserer Kund*innen, Partner und Wegbegleiter. Jeder Meilenstein ist ein gemeinsamer Erfolg. Dafür sagen wir Danke – und freuen uns darauf, auch die nächsten Jahrzehnte mit Ihnen zu gestalten.

Wie wir unsere Werte in die Zukunft tragen, zeigt sich nicht nur in Technologie, sondern auch in Führung:

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Beate Keitel

Beate Keitel ist Business Partner Marketing bei Fujitsu. In ihrem Arbeitsalltag ist sie immer neugierig, interessante Menschen mit außergewöhnlichen Themen kennenzulernen.

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