Der Wendepunkt für Tech Leader in Deutschland: Warum jetzt der „Breakthrough Moment“ erreicht ist
27. April 2026
6 Minuten Lesezeit
Europa – und insbesondere Deutschland – befindet sich an einem entscheidenden Punkt der technologischen Entwicklung. Nach Jahren intensiver, oft stiller Digitalisierungsarbeit rückt die Rolle der IT-Führungskräfte immer stärker in den Mittelpunkt unternehmerischer Entscheidungen. Genau diesen Moment beschreibt die paneuropäische Studie „The European Tech Leader’s Breakthrough Moment“, die Fujitsu gemeinsam mit Interbrand durchgeführt hat.
Basierend auf den Aussagen von 1.750 Technologie-Führungskräften aus acht europäischen Ländern sowie vertiefenden Interviews mit CIOs großer Organisationen zeigt die Studie: Die IT hat ihre Support-Rolle endgültig hinter sich gelassen – und gestaltet heute aktiv die Strategie, Innovation und Transformation.
Selbstbewusster, einflussreicher – und stärker gefordert
Eines der zentralen Ergebnisse der Studie: Das Selbstbewusstsein europäischer Tech Leader ist auf einem Allzeithoch. Mehr als vier von fünf Befragten sehen ihren Einfluss im Unternehmen deutlich gestiegen. IT wird heute als strategische Disziplin verstanden – nicht nur als Enabler, sondern als Treiber von Transformation, Wachstum und Resilienz.
Auch in deutschen Unternehmen zeigt sich dieser Wandel deutlich. CIOs sind längst nicht mehr nur für den stabilen Betrieb verantwortlich, sondern gestalten aktiv Geschäftsmodelle, Innovationsstrategien und Investitionsentscheidungen mit. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an ihre Rolle erheblich.
Denn mit dem wachsenden Einfluss steigt auch die Verantwortung. Der „Breakthrough Moment“ bedeutet keinen Rollenwechsel ohne Konsequenzen – im Gegenteil.
Nathalie Struck, Head of Services Sales bei Fujitsu, bringt es auf den Punkt:
„Der Durchbruch für Tech Leader liegt darin, dass Technologie heute ein zentraler strategischer Steuerungshebel ist. Technologie-Verantwortliche tragen direkte Verantwortung für Wachstum, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist, nicht nur Innovation voranzutreiben, sondern sie unter realen operativen und regulatorischen Bedingungen dauerhaft in Wertschöpfung zu übersetzen.“
Vom IT-Leiter zur unternehmerischen Schlüsselfigur
Die Studie macht deutlich: Die klassische Trennung zwischen Business und IT verliert zunehmend an Bedeutung. Tech Leader bewegen sich heute an der Schnittstelle von Technologie, Strategie und Führung. Sie verantworten nicht nur Digitalisierung, sondern:
- Modernisierung von Legacy-Systemen zur Sicherung strategischer Agilität,
- Cloud- und Plattformstrategien als Enabler für Skalierung und neue Wertschöpfung,
- KI als Hebel für Differenzierung und operative Exzellenz,
- Cybersecurity und Resilienz als unternehmerische Risikodisziplin,
- Regulatorik und Datensouveränität als Wettbewerbs- und Vertrauensfaktor.
Gerade in Deutschland ist diese Mehrfachrolle anspruchsvoll. Viele Organisationen müssen Innovation vorantreiben, ohne ihre bestehende IT-Landschaft zu destabilisieren. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen – etwa in kritischen Infrastrukturen, im Finanzsektor oder in der Industrie.
Der „Breakthrough Moment“ beschreibt deshalb keinen Endpunkt, sondern einen Reifegrad, an dem Technologie-Verantwortliche heute angelangt sind: strategisch relevant, aber operativ hoch gefordert.
Innovation braucht Leitplanken – kein „Innovation Theatre“
Ein besonders wichtiger, fast konträrer Befund der Studie: Technologie-Verantwortliche sind nicht die lautesten Verfechter ungeregelter Innovation. Im Gegenteil.
Viele CIOs sehen ihre Aufgabe heute darin, Innovation zu ermöglichen – aber innerhalb klarer Leitplanken. Dazu gehören:
- verbindliche Standards,
- robuste Security- und Governance-Modelle,
- Resilienz als Grundanforderung,
- sowie finanzielle und operative Planbarkeit.
Diese Haltung trifft den Nerv vieler deutscher Unternehmen. Statt schneller Experimente um ihrer selbst willen rückt eine pragmatische, wertorientierte Innovationslogik in den Fokus. Künstliche Intelligenz, Cloud oder Automatisierung werden nicht als Selbstzweck betrachtet, sondern als Mittel zur Lösung konkreter Geschäftsprobleme.
KI: Strategisch relevant – aber nur mit stabilem Fundament
Auch das Thema Artificial Intelligence nimmt in der Studie eine zentrale Rolle ein. Die Einigkeit unter europäischen Tech Leadern ist groß: KI ist strategisch – aber kein Selbstläufer.
Viele CIOs berichten von einem hohen Erwartungsdruck, insbesondere im Hinblick auf kurzfristig messbaren ROI. Gleichzeitig zeigt sich im Austausch mit Kunden und Entscheidern, dass nachhaltige KI-Erfolge nur dann möglich sind, wenn das technologische Fundament stimmt.
Nathalie Struck formuliert es so:
„Wir sehen aktuell eine große KI-Euphorie. Der nachhaltige Unterschied entsteht aber dort, wo Unternehmen zuerst ihr Daten- , Architektur- und Governance-Fundament stabilisieren. Ohne Vertrauen, Sicherheit und Datensouveränität bleibt KI ein isoliertes Experiment – kein skalierbarer Business-Hebel.“
Gerade in Deutschland, wo sensible Daten, geistiges Eigentum und regulatorische Anforderungen eine große Rolle spielen, wird deutlich: Ohne Datensouveränität und Vertrauen ist KI nicht skalierbar.
Cybersecurity und Resilienz als „Licence to Operate“
Ein weiterer klarer Trend: Cybersecurity wird nicht mehr als Differenzierungsmerkmal betrachtet, sondern als Grundvoraussetzung.
Viele Tech Leader gehen heute davon aus, dass Sicherheitsvorfälle nicht vollständig vermeidbar sind – entscheidend ist die Fähigkeit zur schnellen Reaktion und zur Widerstandsfähigkeit des Gesamtunternehmens. Resilienz wird damit zu einem strategischen Steuerungselement und zu einer Voraussetzung für Innovation.
Für deutsche Unternehmen, die stark vernetzt, international tätig und häufig Teil kritischer Lieferketten sind, ist das eine zentrale Erkenntnis.
Partnerschaft als Erfolgsfaktor
Ein klares Fazit der Studie: Kein Tech Leader kann diese Aufgaben allein bewältigen.
Transformation, Modernisierung und Innovation in dieser Breite erfordern starke, langfristige Partnerschaften. Gefragt sind Partner, die nicht nur Technologien liefern, sondern:
- komplexe IT-Landschaften verstehen,
- Branchen- und Marktkenntnis mitbringen,
- regulatorische Rahmenbedingungen einordnen können,
- und Unternehmen über Jahre hinweg begleiten.
Fujitsu sieht seine Rolle genau hier: als Partner für europäische und deutsche Unternehmen, die technologische Innovation mit Stabilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit verbinden wollen – und dabei den Menschen ebenso in den Mittelpunkt stellen wie die Technologie.
Fazit: Warum jetzt der Durchbruch gelingt
Der „European Tech Leader’s Breakthrough Moment“ markiert keinen Hype, sondern einen strukturellen Wandel. Technologie-Verantwortliche in Deutschland haben heute den Einfluss, die Kompetenz und die Akzeptanz, um Transformation aktiv zu gestalten.
Gleichzeitig war die Rolle nie komplexer als heute. Genau darin liegt der Wendepunkt: Wer Technologie, Business und Verantwortung zusammen denkt, kann jetzt die Weichen für eine widerstandsfähige, nachhaltige und innovationsfähige Zukunft stellen.
Mehr Hintergründe, Studienergebnisse und Einblicke finden Sie hier:
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Nathalie Struck
Nathalie Struck ist Head of Services Sales Germany bei Fujitsu Germany und verantwortet die strategische sowie operative Steuerung des Servicegeschäfts in Deutschland. Ihr Fokus liegt auf der nachhaltigen Weiterentwicklung des Geschäfts, dem Ausbau langfristiger Kundenbeziehungen sowie der klaren Positionierung des Serviceangebots von Fujitsu als Hebel für Effizienz, Skalierbarkeit und messbaren Geschäftsnutzen.
Sie verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in Sales, Go‑to‑Market‑Strategien und in der Führung internationaler Teams. Seit ihrem Einstieg in den Vertrieb im Jahr 2012 hat sie kontinuierlich Führungsrollen mit wachsender Ergebnis‑ und Steuerungsverantwortung übernommen.
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