Defence im Wandel: Wie Fujitsu den Verteidigungssektor digital transformiert

Mobilfunkmast vor blauem Himmel als Teil einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur für moderne Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen

15. Juli 2026

6 Minuten Lesezeit

Verteidigung beginnt heute nicht mehr nur an der Grenze. Sie beginnt im Rechenzentrum, in der Cloud, im Netzwerk. Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der in seinen Konsequenzen für die Streitkräfte und Rüstungsindustrie kaum zu überschätzen ist. Budgets wachsen, Beschaffungsprozesse werden beschleunigt, und der Druck, technologisch auf der Höhe der Zeit zu sein, steigt enorm.

Aber: für Fujitsu ist das kein neues Terrain.

Seit mehr als 60 Jahren entwickeln wir IT-Lösungen für sicherheitskritische Umgebungen. Strategische Verteidigungspartnerschaften mit Großbritannien, Japan und Australien haben uns früh gelehrt, was es bedeutet, unter realen Einsatzbedingungen zu liefern: zuverlässig, sicher und skalierbar. Dieser Erfahrungsschatz zahlt sich heute aus, in einer Zeit, in der Defence und Digitalisierung enger zusammenwachsen als je zuvor.

Technologie, die im Einsatz trägt

Was unterscheidet IT für den Verteidigungsbereich von ziviler IT? Im Kern: die Fehlertoleranz ist eine andere. Systeme, die im Einsatz versagen, können Menschenleben kosten. Gleichzeitig müssen sie mit Datenmengen umgehen, die in Echtzeit verarbeitet, analysiert und weitergegeben werden. Die Anforderungen an Verfügbarkeit, Sicherheit und Resilienz sind schlicht andere als in vergleichbaren zivilen Kontexten.

Fujitsu adressiert diese Anforderungen mit einem Portfolio, das von der physischen Netzwerkinfrastruktur bis zur KI-gestützten Entscheidungsunterstützung reicht. Im Mittelpunkt stehen fünf Kompetenzfelder: Künstliche Intelligenz, Track & Trace, Data Analytics, Quanteninspiriertes Computing und Software-Lösungen. Sie greifen nicht isoliert ineinander, sondern bilden ein integriertes Ökosystem, das sich modular an den jeweiligen Bedarf anpassen lässt.

Besonders relevant: Sichere Netzwerkinfrastrukturen mit Private 5G ermöglichen leistungsfähige Konnektivität auch in abgeschirmten oder mobilen Einsatzszenarien. Zero Trust als Architekturprinzip stellt sicher, dass keinem Zugriff blind vertraut wird. Secure Cloud-Lösungen bieten eine hochverfügbare Umgebung, die höchste Sicherheits- und Compliance-Standards erfüllt und dabei skalierbar bleibt. Und mit FUJITSU-MONAKA steht eine Architektur zur Verfügung, die Entwicklung, Bereitstellung und Integration von Anwendungen in sicherheitskritischen Umgebungen deutlich beschleunigt.

Satellitenantennen einer Kommunikations- und Überwachungsanlage vor Abendhimmel

Wenn Theorie zur Praxis wird

Vertrauen entsteht nicht durch Versprechen, sondern durch Ergebnisse. Drei Projekte illustrieren, was Fujitsu im Defence-Kontext tatsächlich leistet.

Weltraummüll und quanteninspiriertes Rechnen:

Zusammen mit der britischen Weltraumbehörde (UK Space Agency) hat Fujitsu als Teil eines Konsortiums eine Lösung entwickelt, die quanteninspirierte Rechenmodelle mit KI kombiniert. Das Ziel: die Berechnung des minimalen Treibstoff- und Zeitbedarfs, um besonders riskanten Weltraumschrott gezielt zu beseitigen. Was abstrakt klingt, ist in der Realität eine hochkomplexe Optimierungsaufgabe mit direkten Auswirkungen auf die Sicherheit der Luft- und Raumfahrt.

Logistik bei Airbus:

Im militärischen wie zivilen Kontext ist das Management von Notfallausrüstung an Bord ein kritischer Prozess. Airbus suchte nach einer automatisierten, RFID-gestützten Lösung für das Emergency Equipment Management. Gemeinsam mit Fujitsu entstand eine digitale End-to-End-Plattform, die papierbasierte Prozesse ersetzt und Fehlerquellen minimiert.

Datenanalyse für kritische Infrastruktur:

Pacific National, ein Betreiber von Güterzügen, wollte die Daten aus Hochgeschwindigkeitskameras zur Radüberwachung intelligenter nutzen. Fujitsu lieferte die Analyseplattform, die aus Rohdaten handlungsfähige Erkenntnisse macht. Das Prinzip ist direkt auf militärische Logistik und Fahrzeuginstandhaltung übertragbar.

Diese Projekte machen deutlich: Die Verbindung aus Data Analytics, IoT und intelligenten Trackingmechanismen ist kein Zukunftsversprechen. Sie ist operativer Alltag.

Logistik neu gedacht: GlobeRanger iMotion™

Ein konkretes Produkt, das in diesem Zusammenhang besonders relevant ist: GlobeRanger iMotion™. Die Lösung kombiniert Echtzeit-Tracking mit IoT-Integration und optimiert so logistische Prozesse entlang der gesamten militärischen Supply Chain. Wo befinden sich Fahrzeuge, Ersatzteile, Ausrüstungsgegenstände? Wie ist der Zustand kritischer Systeme? Wann muss gewartet werden, bevor es zu einem Ausfall kommt?

Vorausschauende Wartung auf Basis realer Sensordaten ist längst kein Luxus mehr. Im Einsatz kann sie über Verfügbarkeit und Ausfall entscheiden. iMotion macht genau das möglich: transparente, vollständig digitalisierte Logistik, die auf Einsatzbedingungen ausgelegt ist.

Verteidigungsanalyst überwacht in einer modernen Leitstelle digitale Lagebilder und sicherheitsrelevante Systeme

Künstliche Intelligenz im Verteidigungskontext

Kein Thema polarisiert im Defence-Bereich so sehr wie KI. Die Fähigkeiten sind real: intelligente Überwachungslösungen, automatisierte Auswertung von Sensordaten, Unterstützung bei Kommando- und Kontrollsystemen. Gleichzeitig stellen sich Fragen, die vor dem Einsatz beantwortet sein müssen: Wer trägt Verantwortung, wenn eine KI eine Empfehlung ausspricht? Wie transparent ist der Entscheidungsprozess? Wie sicher sind die Trainingsdaten?

Fujitsu hat sich frühzeitig mit diesen Fragen beschäftigt. Mitarbeitende des Britischen Verteidigungsministeriums haben gemeinsam mit Fujitsu-Experten Grundsatzdokumente über den Einsatz von KI im militärischen Kontext erarbeitet. Es geht dabei nicht nur um autonome Waffen, sondern um ein breites Spektrum: Diagnostik, Cybersecurity, Lieferkettenlogistik, Anlagenwartung. Der gemeinsame Nenner ist immer derselbe: KI muss erklärbar, prüfbar und kontrollierbar sein. Der Operator bleibt im Loop.

Diese Haltung ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung dafür, dass KI-Systeme im sicherheitssensiblen Umfeld überhaupt akzeptiert und eingesetzt werden können.

Fujitsu auf der AFCEA 2026

Vor wenigen Wochen war Fujitsu auf der AFCEA 2026 in Bonn vertreten, einer der zentralen Plattformen für den Austausch zwischen Verteidigung, Sicherheit und Technologie. Der Auftritt war bewusst praxisorientiert: Live-Demos statt Folien, echte Lösungen statt Konzepte.

Am Stand konnten Besucher GlobeRanger iMotion™ in Aktion erleben, die Secure Cloud-Architektur kennenlernen und sich ein Bild von der Private-5G- und Zero-Trust-Infrastruktur machen. FUJITSU-MONAKA als sichere, skalierbare Entwicklungsarchitektur rundete das Bild ab.

Die AFCEA ist für Fujitsu ein Spiegel und zeigt, wo der Sektor gerade steht und wohin er sich bewegt. Die Gespräche in Bonn haben bestätigt: Der Bedarf an praxistauglichen, sicheren und integrierbaren IT-Lösungen ist größer denn je. Und die Bereitschaft, über konkrete Implementierungen zu sprechen, wächst.

Defence ist Kernkompetenz

Fujitsu hat den Defence-Bereich nicht erst dann entdeckt, als das Thema politisch an Fahrt aufgenommen hat. Die Expertise ist gewachsen, aus realen Projekten, aus langjährigen Partnerschaften, aus dem konkreten Einsatz unserer Technologien in sicherheitskritischen Umgebungen auf mehreren Kontinenten. Was sich verändert hat, ist die Dringlichkeit. Europäische Streitkräfte stehen vor der Aufgabe, in kurzer Zeit Schlüsselfähigkeiten aufzubauen, die zuverlässig und skalierbar sind. Fujitsu kann dabei ein verlässlicher Partner sein.

Wenn Sie konkrete Fragen zu unseren Defence-Lösungen haben oder den Dialog suchen, sprechen Sie uns gerne direkt an:

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Mit umfassender Expertise in Outsourcing, Governance, Business Continuity, Krisenmanagement und Risikosteuerung beschäftigt er sich insbesondere mit den Anforderungen sicherheitskritischer Organisationen.
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Einführung erprobter digitaler Lösungen, Infrastrukturen und resilienter Betriebsmodelle für Verteidigung (Bundeswehr und Industrie), öffentliche Hand und kritische Sektoren.

Boris Jendretzki: Head of Defence & National Security und Head of Strategic Business & Programmes bei Fujitsu in Deutschland.

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